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11.04.2010 19:16 Uhr Es ist zwar schon eine Weile her. Aber ich erinnere mich daran, als ob es gestern gewesen wäre. Ich segelte in einem Einhandsegler durch die Magellanstraße. Gott sei Dank! Denn ein Einhandsegler macht mächtig Sinn, wenn man nur fähig ist, mit einer Hand zu segeln. So kann man ruhig mal einen Arm in Gips haben oder gerne mal mit der freien Hand winken, so wie ich damals. Aber noch bevor ich über die weiteren Vorzüge des Einhandsegelns auf einsamer See ins Grübeln kam, bemerkte ich ein apokalyptisches Naturereignis, dass sich anschickte, die Welt zu zerreißen: die Kontinentaldrift! Potztausend. Da wollte sich tatsächlich ein Stück vom Festland verabschieden, um sich vielleicht kurz darauf unter mein Boot zu schieben. Womöglich sollte ich schon bald auf einem Stück Erdkruste durch den Orbit jagen um später mein letztes Lied im Orionnebel zu auszuhauchen. Eine interessante Vorstellung zwar, aber ich hatte noch einiges vor im Leben. Ein Geistesblitz! Ja, trug ich nicht ein Polohemd, dass mir Marco Polo seinerzeit vererbt hatte und das über die Jahrzehnte noch aussah wie neu? Es war offenbar ein mehr als zähes Stöffchen. Und so riss ich es mir auch gleich vom Leib, segelte justament auf den Kontinent zu und band zusammen, was zusammen gehört – mit nichts als dem Hemd! So rettete ich mein Leben und vielleicht sogar die ganze Welt. Dass ich danach ohne vollständige Oberbekleidung nach Hause segeln musste und mir einen kapitalen Schnupfen einfing, nahm ich dafür gerne in Kauf. Und wie es aussieht, hält das Hemd noch immer. Oder hat schon mal jemand was von neuen Kontinenten in letzter Zeit gehört? Ich sage ja, Qualität zahlt sich aus. Da sollte man nicht am falschen Hemd sparen.
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