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03.09.2011 12:31 Uhr Jawohl, die Hannatilda Hauskapelle hat es wahr gemacht und war im Tonstudio, um ihre neueste Komposition professionell und in einem komplizierten Aufnahmeverfahren aufzunehmen. Das Stück heißt "Likör" und handelt von Likör - mit anderen Worten: Heimelig und sehr modern! Likör wird halt zu jeder Zeit gerne getrunken ... also auch im Tonstudio. In weiser Voraussicht hatten wir 1 1/2 Kisten Eierlikör (Hausmarke) mitgenommen, denn bei so einem Studiotermin darf man die korrekte Flüssigkeitszufuhr nicht vergessen! Man könnte auch sagen, dass zumindest Lorena und Frau Harms binnen kürzester Zeit voll waren wie die Haubitzen (ich auch ... aber ich habe mir nichts anmerken lassen). Als Frau Harms erfahren hat, dass sie mittels der hochmodernen Studiotechnik nicht, wie sonst üblich, Schlagwerk und Bass gleichzeitig bedienen muss, war sie dermaßen aus dem Häuschen, dass sie gespielt hat, als wäre sie nur zwei Zentner schwer. "Funky, mein Gott ist das funky!" - das war alles, was Herr Michelis, der Produzent, noch sagen konnte. Keine Ahnung, was das heißt. Aber angesichts der Spiellaune von Frau Harms, musste es wohl was gutes bedeuten. Und Herr Michelis kennt sich aus mit Musik. Er hat schließlich in den späten 70ern der Formation "Hanseblitz" zum Durchbruch verholfen. Lorena hatte vom Eierlikör dermaßen einen im Schuh, dass sie die Posaune geschmeidig und engelsgleich gespielt hat wie nie zuvor. Ich selbst habe meiner Farfisaorgel wirklich alles abverlangt. Ich bin quasi in eine Stimmung verfallen, die mich an meine Geschichte mit der indischen Tempeltänzerin erinnert hat ... wenn ich mich recht entsinne ... die Bilder vor meinem geistigen Auge sind allerdings einigermaßen verschwommen. Ich hatte schon damals immer etwas Eierlikör in einer Trinkflasche dabei - für alle Fälle. Und dann hat uns Frau Harms vollends überrascht. Sie trägt ja als Halsschmuck immer eine Kette mit drei Bongos unter ihrem Dreifachkinn ... Und kaum hatte ich meine Aufnahme beendet, saß Frau Harms schon wieder im Aufnahmeraum und hat auf den Bongos getrommelt, als wenn sie eine Fruchtbarkeitszeremonie auf's Parkett legen wollte (angesichts ihrer Körperfülle unter Umständen eine heikle Idee). Plötzlich klopfte es an der Türe und kein geringerer als der schwedische Tastenvirtuose Alex Jacobson stand dort. Ich habe ja schon lange das Gefühl, dass er Lorena hinterherspioniert ... Offenbar hatte er geplant, sie mit seinem Spiel auf dem elektrischen Piano zu becircen ... Hat er auch versucht ... aber mit einem hatte er nicht gerechnet: Frau Harms war mehr als hingerissen von seinem likörigen Getaste, dass sie sich mit aller Wucht auch ihn geworfen hat. Aua! Herr Jacobson musste notversorgt werden ... im Sauerstoffzelt. Aber das Musikstück war im Kasten ... und die 1 1/2 Kisten Eierlikör in unseren Körpern. Alles in allem: eine runde Sache. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass wir mit dem Likörstück Musikgeschichte schreiben werden. Ich freue mich schon auf die kommenden Aufnahmen. Ich habe nämlich schon eine neue musikalische Idee: "Kümmerling"!
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